Mathematik in Ausbildungsberufen
Sprungbrett

In einer Vielzahl von Ausbildungsberufen spielt Mathematik eine grundlegende Rolle – vom Feinwerkmechaniker, der Präzisionsbauteile für Maschinen anfertigt, über den Chemielaboranten und den Zimmerer bis hin zum Mathematisch-technischen Softwareentwickler, der unternehmensspezifische informationstechnische Lösungen mit erarbeitet. Mathematik ist die Basis für präzise Messungen und Auswertungen, für detaillierte Kalkulationen und für die Erstellung fundierter Pläne. Deshalb steht bei nahezu allen Berufen die Mathematik auf dem Ausbildungs- und Lehrplan.
Diese Seite soll einen Einblick geben in das breite Feld der Ausbildungsberufe, für die der Arbeitsalltag ohne Mathematik undenkbar wäre. Vor allem Schülerinnen und Schülern soll diese Seite zeigen, welche vielfältigen und interessanten Tätigkeiten mit Mathematik verbunden sind. In den Technikgesichtern erzählen Mathematikbegeisterte von ihrem Beruf und ihrem alltäglichen Umgang mit Zahlen und Formeln und sie zeigen: Mathematik ist der Schlüssel zu einer erfolgreichen Berufslaufbahn!
Basierend auf der Broschüre "Sprungbrett. Mathematik in Ausbildungsberufen", herausgegeben von BMBF, DIHK und Zentralverband des Deutschen Handwerks.
IT-Berufe: Mathematisch-Technische(r) Softwareentwickler(in) und Informatikkauffrau/-mann
Eine Welt mit zwei Buchstaben

BMBF
Die Informationstechnologie, kurz IT, erobert die Zukunft auch mithilfe der Basiswissenschaft Mathematik.
Berufsprofile in der Informationstechnologie bieten echte Vielfalt: Programme müssen geschrieben, eingerichtet und gewartet werden. IT-Fachleute sind als Berater tätig, erstellen Kalkulationen und führen Schulungen durch. Grob lassen sich IT-Berufe in zwei verschiedene Hauptrichtungen einteilen: den technischen Bereich – hier sind vor allem Fachinformatiker oder Mathematisch-technische Softwareentwickler zu Hause – und den eher kaufmännischen Zweig, vor allem mit IT-System- oder Informatikkaufleuten.
Informatikkaufleute: Guter Service zählt
Sie kümmern sich um die gesamte Soft- und Hardware in einem Betrieb, veranstalten Schulungen und kennen immer den neuesten Stand der Technik. Spätestens bei der Kalkulation von Preisen und Zeiten machen sie von ihren ausgewiesenen Mathematikkenntnissen Gebrauch. Nicht nur die vier Grundrechenarten brauchen die Kaufleute beim Einholen von Angeboten, beim Prüfen von Rechnungen und für die Vorbereitung der Dokumente für die Buchhaltung. Um Marktstudien auszuwerten, sind vor allem Statistikkenntnisse hilfreich, die ebenfalls während der Ausbildung vermittelt werden.
Gute Chancen in kleineren Betrieben
Im Jahr 2006 gab es 4.400 Auszubildende zur/zum Informatikkauffrau/-mann. Vor allem kleinere und mittlere Betriebe bilden für den eigenen Bedarf aus. Die Chancen, auch übernommen zu werden, sind gut. Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es zahlreiche.
Bau- und Ausbauberufe: Zimmerin/Zimmerer
Stein auf Stein
Wer baut, muss auch zählen, messen, rechnen – das geht nicht ohne Mathematik.
Maurer oder Zimmerer, Dachdecker oder Straßenbauer – die Bau- und Ausbauberufe gehören zu den klassischen Handwerksberufen. Die Arbeitsbereiche sind sehr unterschiedlich. Doch unabhängig davon, ob Mauern neu gezogen oder Dächer in Schuss gebracht werden – auch hier geht ohne Mathematikkenntnisse nichts.
Zimmerer – der Klassiker mit Perspektive
Der Beruf des Zimmerers zählt zu den traditionsreichen Handwerksberufen. Er errichtet Dachkonstruktionen und Fachwerk, baut Treppen und Holzdecken ein, montiert Holzhäuser, Hallen und Brücken oder fertigt komplizierte Betonschalungen aus Holz. Beschäftigungsmöglichkeiten finden Zimmerer vor allem in Handwerksbetrieben. Für sie zählt Mathematik besonders: Für das Berechnen von Werkstückmaßen, Materialkosten und Materialbedarf sollten die Grundrechenarten beherrscht werden. Ohne eine Berechnung der Holzkonstruktionen und der Statik „steht nichts“. Und: Auch einfaches Maßnehmen hat schon mathematischen Bezug.
Über die Walz zum Meister
Zum Zimmerer werden jährlich rund 7.000 Lehrlinge ausgebildet. Die Beschäftigungsaussichten sind gut, Möglichkeiten zur Spezialisierung gibt es viele. Wer Meister werden will, kann auch heute noch in klassischer Zimmermannskluft ein Jahr auf die Walz gehen.
Metallberufe: Feinwerkmechaniker(in)
Nicht nur für harte Jungs

BMBF
Metallberufe umfassen ein weites Feld: Ob Landmaschine oder Armbanduhr – der richtige Maßstab entscheidet.
Schwerter, Pflugscharen oder Mondraketen: Die Fähigkeit, Metalle zu verarbeiten, ist seit Jahrtausenden entscheidend für den menschlichen Fortschritt. Die moderne Metallbranche bietet eine weit gefasste Auswahl an Berufen. Große Maschinen stehen in der Land- und Baumaschinentechnik im Vordergrund. Doch auch Uhrmacher und Chirurgiemechaniker zählen zu den Metallbauern.
Einer fürs Feine
Ein relativ neuer Metallberuf ist der Feinwerkmechaniker. Seit 2002 vereint dieses Profil die Schwerpunkte Feinmechanik, Maschinenbau sowie Werkzeugbau. Damit etwa Präzisionsbauteile für Maschinen auch wirklich passen, sind genaue Berechnungen und Vermessungen von Gewichten, Flächen und Volumengrößen entscheidend. Häufig wird hierbei mit computergesteuerten Maschinen gearbeitet. Damit diese auch machen, was der Feinwerkmechaniker will, sind für das Programmieren der Computer ebenfalls solide mathematische Kenntnisse wichtig. Ohne die Grundrechenarten, Prozentrechnung und Geometrie stehen in diesem Beruf die Maschinen still.
Gute Aufstiegschancen
Feinwerkmechaniker liefern die Arbeitsgrundlagen für das produzierende Gewerbe – daher sind die Berufsaussichten günstig. Zurzeit werden im Handwerk rund 12.000 junge Menschen zum Feinwerkmechaniker ausgebildet. Aufstiegsmöglichkeiten bieten sich durch Fortbildungen, etwa in der Meisterausbildung oder im kaufmännischen Bereich.